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Hockey: (VfL 1860 Marburg - Hockeyabteilung)
VfL Marburg unterliegt taktisch überlegenem Höchster THC

Am Montag erlitt der VfL Marburg einen tragischen Verlust. Präsident Jaap Zeilinga, der über Jahrzehnte die Leitfigur des Hockeysports in Marburg war, starb nach langer Krankheit im Alter von 73 Jahren.
Erschien es nach dieser Nachricht noch unmöglich, den normalen Spielbetrieb weiterzuführen, wurde im Laufe der Woche klar, dass es nicht nur im Interesse des Vereins sein würde, am Samstag bzw. Sonntag anzutreten.

Während am gestrigen Samstag die 2. Herrenmannschaft mit 3:15 gegen Verfolger Eintracht Frankfurt verlor, dank des besseren Torverhältnisses trotzdem an der Tabellenspitze der 3. Verbandsliga bleibt, standen am Sonntag gleich zwei Heimspiele an. Nach dem hart erkämpften 6:5-Sieg der 1. Damen gegen HC Fechenheim empfangen die 1. Herren THC Höchst, die eine solide Vorrunde spielten.

Nach einer Schweigeminute für den verstorbenen Marburger Präsidenten begann die Partie. Der Tabellenletzte aus Marburg startete engagiert und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Hausherren nutzten eine turbulente Szene im Höchster Strafraum zum Führungstreffer. Daniel Keil legte auf Berthold Kaiser auf, der per Rückhand zum 1:0 traf. Minuten später verpasste Arne Keim eine große Chance zum 2:0. Die Gäste glichen dafür per Strafecke aus. In der 9. Minute war Hermann Stelzner selber per Strafecke erfolgreich und brachte Marburg wieder in Führung. Erneut konnte Höchst eine Strafecke zum Ausgleich verwandeln. Der offene Schlagabtausch zwischen den beiden Mannschaften setzte sich fort. Moritz Großer schloss eine sehenswerte Kombination nach zweifachem Doppelpass mit Florian Müller-Schrobsdorff zum 3:2 ab.
Der Marburger Coach Malte Luther nahm daraufhin eine Auszeit. Nach Wiederanpfiff fing THC Höchst den Ball ab und schloss den blitzschnellen Konter zum erneuten Ausgleich ab. Noch unglücklicher war der folgende Ballverlust, der in einer Strafecke für Höchst resultierte. Auch diese konnte durch die Gäste souverän verwandelt werden. Marburg sah sich nun mit einer neuen Situation konfrontiert und spielte von nun an gegen einen Rückstand an. Der Gast aus Höchst stand gut und konnte von nun an kontern.
Den Gastgebern vom VfL gelang es nicht, schnell genug nach Ballverlusten vom Angriff in die Abwehr umzuschalten, Höchst kombinierte schnell und sicher. So führte ein Konter zum 3:5 aus Sicht der Marburger. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit fing sich der VfL eine weitere unnötige Strafecke, die nach Ablauf der regulären Spielzeit zum 3:6 verwandelt werden konnte.

Die Mannschaften wechselten die Seiten und das Tempo der Partie blieb hoch. Den besseren Beginn der Halbzeit hatten diesmal die Gäste. Höchst stand nun noch kompakter und fing frühe Bälle ab, die Marburger Defensive zeigte sich chancenlos gegenüber den folgenden passgenauen Kontern.
Der THC konnte seine Führung dank des Konterspiels auf bis zu 9:3 aufbauen. Markus Funke sendete in der 50. Spielminute einen Weckruf mit seinem Treffer zum 4:9. Höchst erhöhte im Gegenzug noch einmal auf 10:4, danach setzte Marburg auf eine offensivere Ausrichtung und kam dadurch vermehrt zu Chancen. Nach zahlreichen nicht verwandelten Strafecken der Hausherren konnte Müller-Schrobsdorff nur mit einem Foul im Schusskreis gestoppt werden. Kapitän Moritz Großer verwandelte den fälligen Siebenmeter sicher zum 5:10. Wieder reagierte Höchst und erzielte beinahe im Gegenzug per Strafecke das 5:11. Die letzten Spielminuten gehörten ausschließlich den Gastgebern.
Durch Tore von Großer und Müller-Schrobsdorff kamen die VfL-Herren noch einmal auf 9:11 heran. Nach einem fehlgeschlagenen Angriff 30 Sekunden vor Schluss war aber klar, dass ein Unentschieden nicht mehr zu erreichen war und der THC Höchst siegte am Ende verdient mit 9:11 und schiebt sich damit auf Platz 2 der Oberliga vor.
Mit dieser Niederlage zum Rückrundenstart steht VfL Marburg mit einem Punkt weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz, hinter der TGS Vorwärts Frankfurt, die durch ein 5:5-Unentschieden nun zwei Zähler auf dem Konto hat.


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Autor: mahe
Artikel vom 18.01.2010, 07:48 Uhr
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