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(VfL 1860 Marburg - Hockeyabteilung) |
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Hockey: 1. Herren bringen sich selbst um verdienten Lohn
Nach großem Kampf einen 2-Tore-Rückstand aufgeholt, nach einer ungerechtfertigten Zeitstrafe wieder in Führung gegangen und am Ende trotzdem nur Unentschieden: Das Spiel VfL Marburg gegen Eintracht Frankfurt war für die Hausherren eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Marburg steht nach wie vor mit dem Rücken zur Wand. Trotz des ersten Saisonsieges am vergangenen Wochenende gegen SC 1880 Frankfurt III sah es weiterhin düster aus für den VfL, nur mit einem Sieg gegen den Gast aus Frankfurt hätte man auf die Nichtabstiegsplätze in der Oberliga Hessen aufschließen können. Entsprechend engagiert gingen die Gastgeber zu Werke. Nach einem Abspielfehler in der Marburger Abwehr war es dennoch der Gast, der in der 3. Spielminute in Führung ging. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und Kapitän Moritz Großer glich nur eine Minute später zum 1:1 mit einem Gewaltschuss aus. Eintracht Frankfurt, ohne ihre zwei besten Spieler angereist, kam in der Folge zu zwei Strafecken, die beide abgewehrt werden konnten. Dafür liefen die Marburger in der 12. Minute in einen Konter und lagen wieder mit einem Tor zurück. In der 13. Minute konnte Berthold Kaiser einen Abpraller nach Schuss von Großer zum 2:2 verwerten. Zwei Minuten später brachte Kaiser seine Mannschaft mit 3:2 in Führung nach Vorarbeit von Markus Funke und Max Philipp. Doch auch Marburg konnte die Führung nicht lange halten und musste durch einen Stecher nach langem Ball aus der Frankfurter Abwehr das 3:3 hinnehmen (17.). Es folgten Strafecken auf beiden Seiten, mit der besseren Verwertung auf Seiten der Eintracht. Mit einer unhaltbaren Strafecke ging Frankfurt erneut in Führung und nahm direkt eine Auszeit. Der VfL setzte noch einmal alles auf den Ausgleich, das nächste Tor fiel jedoch wieder auf Seiten der Gäste. Ein höchst fragwürdiger Siebenmeterstrafstoß wurde sicher verwandelt zum Halbzeitstand von 3:5.
Nach dem Seitenwechsel nahmen die Gastgeber wieder das Heft in die Hand und Goalgetter Moritz Großer brachte sein Team in der 33. Minute auf 4:5 heran. Nur eine Minute später stellte Frankfurt den alten Abstand wieder her und erhöhte auf 4:6. Die direkte Antwort kam wieder von Großer, der eine Strafecke mit einem flachen Schuss zum 5:6 abschloss. In der 43. Spielminute bewies Großer einmal mehr seine offensive Durchschlagskraft und erzielte mit einem Gewaltschuss den verdienten Ausgleich zum 6:6. Marburg war nun die dominierende Mannschaft und hatte Chancen am laufenden Band. Die Führung brachte einmal mehr Moritz Großer, der ein Solo mit einem platzierten Schuss zum 7:6 in der 47. Minute abschloss. In der 50. Spielminute konnte Daniel Keil mit einem überlegten Pass Großer in Position bringen, der viel Zeit hatte, sich den Frankfurter Torwart auszugucken und mit seinem sechsten Treffer im Spiel auf 8:6 zu erhöhen. Zu diesem Zeitpunkt schien die Partie entschieden, doch nun schalteten sich die Schiedsrichter ein. Mit einer Entscheidung, die für große Unruhe auf Seiten der Marburger Anhängerschaft sorgte, brachte der Frankfurter Schiedsrichter die Eintracht wieder ins Spiel: Nach einer nicht nachvollziehbaren gelben Karte und der damit verbundenen 2-Minuten-Strafzeit für Berthold Kaiser war Marburg in dieser kritischer Phase in doppelter Unterzahl, weil Frankfurt den Torwart zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers rausnahm. Nachdem die erste Minute der Unterzahl noch überstanden wurde, ließ VfL-Torhüter Max-Fabian Steiner einen Ball unglücklich zum 8:7 passieren.
Beim Treffer zum 8:8 war er jedoch machtlos. Marburg konnte wieder auffüllen und drängte wieder aufs Tor der Gäste. Markus Funke krönte drei Minuten vor Spielende seine starke Leistung und schoss im Nachsetzen zum 9:8 ein. Die Sekunden verstrichen, Frankfurt nahm erneut den Torwart heraus und wollte das Unentschieden erzwingen. Zehn Sekunden vor Schluss wurden die Marburger Herren dann tatsächlich noch um ihren verdienten Lohn gebracht, eine Freistoßvariante führte zum Ausgleich – 9:9. Zwei wichtige Punkte gegen den Abstieg in letzter Sekunde verloren, frustrierte Gesichter auf Seiten der VfL-Spieler, besonderes im Nachhinein bittere Entscheidungen der Schiedsrichter. Viele der 50 Zuschauer in der Georg-Gaßmann-Halle fühlten sich zurückversetzt, trat diese Situation in den vergangenen Jahren schon oft ein. Vielleicht ist es die mangelnde Erfahrung und Cleverness der jungen Marburger Mannschaft, die am Ende zum Abstieg aus der Oberliga führen könnte. Durch den überraschenden 10:5-Erfolg nach 1:4-Rückstand kam die neu erstarkte Vorwärts Frankfurt zum zweiten Sieg in Folge und erhöht den Abstand auf den Letztplatzierten Marburg somit auf 3 Punkte.
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Autor: mahe
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Artikel
vom 01.02.2010, 08:26 Uhr
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