Dorsten. Mit einem Erfolgserlebnis beendete der BC Marburg am Samstagabend seine tolle Saison. Nach dem 73:103 aus dem Hinspiel um Platz drei reichte der 88:73-Auswärtssieg (18:11, 20:18, 26:26, 24:18) in Addition beider Ergebnisse „nur“ zum vierten Platz.
Dieses Ergebnis ist umso bemerkenswerter, als es der erste Sieg in Dorsten seit dem Pokalsieg vor zwei Jahren war.
Von Beginn an war die Marburger Devise spürbar: „Wir wollen mit 31 Punkten gewinnen“, verriet Trainer Hans Brauer die Kernaussage der Mannschafts-Besprechung.
Und auch Spielmacherin Gioconda Mendiola war zuversichtlich: „31 war meine Trikotnummer auf dem College, eine sehr gute Zahl.“
Trotz der schwer wiegenden 30-Punkte-Hypothek aus dem Hinspiel zeigte das BC-Team wieder die Entschlossenheit, die es über fast gesamte Saison hinweg ausgezeichnet hatte, ausgenommen die Partien in Wasserburg.
Über eine engagierte Verteidigung und ein mannschaftlich geschlossenes Zusammenspiel im Angriff erzielte der Gast vor 500 Zuschauern nach dem 0:3 zehn Zähler in Folge und gab diese Führung nicht mehr ab.
Während die Gastgeberinnen mit einer ordentlichen Trefferquote von 45 Prozent aufwarteten, fanden beim BC traumhafte 57 Prozent der Feldwürfe ihr Ziel. Auch im Rebound dominierten die Gäste deutlich: 40 zu 24 hieß es am Ende.
Marburg imponierte durch hohen Einsatz. Gio Mendiola, die sich packende Duelle mit Mirka Jarchovska lieferte, fing immer wieder gegnerische Pässe ab und setzte ihre Kolleginnen unter dem Korb glänzend in Szene und packte beim Rebound beherzt zu.
Yvonne Weber traf, nach Anlaufproblemen, in der zweiten Hälfte gewohnt sicher. Alex Keil und Livia Anitics lieferten aufopferungsvolle Abwehrarbeit. Zsuzsa Bellovai verzeichnete spektakuläre Treffer unter dem Brett. Hicran Özen und Jenny Brauer sorgten von der Bank für Entlastung.
Überragende Akteurin des Abends war Tini Ishaque. Sie verbuchte nicht nur sagenhafte 32 Zähler, sondern sprühte nur so vor Spielwitz und Energie.
Dorsten agierte keineswegs lustlos, spielte aber bei weitem nicht so stark, wie im Hinspiel, das von Kennern als die beste Saisonleistung des Teams gelobt wurde.
„Nach den Turbulenzen der vergangenen Woche (OP berichtete) und dem hohen Vorsprung aus dem Hinspiel war die taktische Einstellung heute natürlich schwer“, so die scheidende BG-Trainerin Aleks Kojic, die im BC einen verdienten Sieger sah.
Dorsten kam nie näher als auf vier Zähler heran. Meist betrug der Marburger Vorsprung sogar acht bis zehn Punkte, weil die BC-Frauen immer, wenn Dorsten sein Können aufblitzen ließ, ihrerseits noch einen Zahn zulegen konnten.
„Ich habe großen Respekt vor der Leistung meiner Mannschaft“, freute sich Brauer über den 22. Sieg im 33. Pflichtspiel und letzten Spiel unter seiner Regie.
Und so gab es bei der Siegerehrung, bei der Liga-Chef Jürgen Kofner zu einer „wirklich hervorragenden Saison“ gratulierte, im Marburger Lager, darunter 20 mitgereiste Fans, auch für den vierten Platz nur fröhliche Gesichter.
Mit einem 78:69 vor eigenem Publikum gegen NB Oberhausen gewann der TSV 1880 Wasserburg die Finalserie vorzeitig mit 3:0. Damit sicherten sich die Innstädterinnen ihren zweiten Deutschen Meistertitel in Folge und nach dem Gewinn des Pokalwettbewerbs zum ersten Mal das Double.
Ex-Marburgerin Katja Munck war mit 18 Punkten (1 Dreier, 4 Reb., 2 Ass.) Topscorerin des Tages. Als Wertvollste Spielerin der Finalserie wurde Wanda Guyton ausgezeichnet. Sie verbuchte in den drei Partien 31 Zähler, 43 Rebounds, 10 Steals und 6 Assists.